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Wissenwertes aus der Biowelt

Juli/August 2012
Süße Sonnennergie

Was ist Biohonig

Ökologisch erzeugter Honig zeichnet sich durch besondere Standarts,die für die haltung der Bienen und die Gewinnung des Honigs gelten, aus.
Der Standortwahl kommt hierbei eine große Bedeutung zu. Ökologisch bewirtschaftete Flächen sind hierbei zu bevorzugen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der ökologischen Bienenhaltung ist die art der Behausung.hiezu werden Naturmaterialien wie z.b. Holz verwendet.
Beim Wabenbau wird dem Bienenvolk die gelegenheit gegeben die Waben selbst auszubauen. Außerdem spielen Völkerführung, Bienengesundheit,
Wintervorrat sowie Honigqualität - der Honig darf bei Ernte und Pflege nicht über die Bienenstocktemperatur erhitzt werden- eine große Rolle.

 aus: Opens external link in new windowwww.bioladen.de/Produkte

 

Oktober/November/Dezember 2008
Bioweine:

 

 

Der ökologische Weinberg

Die Reben der Öko-Winzer erhalten ihre Nährstoffe ausschließlich über die Aktivierung des Bodens. Das bedeutet:

Verzicht auf Monokulturen, die den Boden dauerhaft zerstören und verhärten. Verschiedene Kleesorten, Gräser, Wicken oder Furane sorgen für gesunden Nährstoffnachschub. Die Düngung, u.a. mit Traubenresten und Hefe, verwertet zudem die hochwertigen Reste aus der Gärung.

Nützlinge halten die Schädlinge in Schach und werden dabei u.a. durch das Aufhängen von Nistkästen und Duftstofffallen unterstützt.

Drastische Beschränkung des Einsatzes von Kupferpräparaten gegen den "Falschen Mehltau". Die Grenzwerte liegen weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Werten. Zur Unterstützung der Pflanzen gegen Pilzbefall werden immer häufiger auch homöopathische Mittel eingesetzt.

  • Es ist im ökologischen Weinbau selbstverständlich verboten mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln zu arbeiten.

Der ökologische Weinkeller

Der Öko-Winzer kommt mit wenigen sinnvollen Hilfsmitteln aus, will er qualitativ hochwertigen und haltbaren Wein keltern. Im Bedarfsfall werden die Weine, z. B. mit Bentonit, geklärt oder vor der Abfüllung über Kieselgur oder grobporigen Zellulosefiltern von ihren Trübstoffen befreit. Je weniger ein Wein behandelt wird, desto gehaltvoller mundet er. Deshalb sind die ökologischen Weine auch so bekömmlich.

Öko-Winzer setzen zur Stabilisierung des Weines in der Flasche weniger oder überhaupt keinen Schwefel ein, als es konventionellen Winzern erlaubt ist. In konventionellen Weinen kann man durchaus bis zu 400 mg/l SO2 finden. Die von den ökologischen Verbänden erlaubten Werte liegen meist unter 100 mg/l SO2.

Im Öko-Weinkeller sind nur die auf einer Positivliste aufgeführten natürlichen Hilfsmittel erlaubt. Eine Kurzzeithocherhitzung und Heißabfüllung für Öko-Weine ist nicht erlaubt. Dadurch sind sie auch reicher an Vitaminen.

Jeder biologisch erzeugte Wein muss auf dem Etikett eine Öko-Kontroll-Nummer haben. Er kann daran als Öko-Wein erkannt werden. Die Weingüter werden jährlich, unangemeldet auf die Einhaltung der Richtlinien von unabhängigen Kontrollstellen überprüft.

Der Verbraucher kann ökologische Weine an der Öko-Kontroll-Nummer und/oder dem Zusatz "aus ökologischem Anbau" eindeutig erkennen. Z.Zt. wird an einem einheitlichen Logo für Öko-Weine gearbeitet.

aus: www.bioladen.de / Wein 

 

 

Mai/Juni  2008

Die Spargelsaison ist eröffnet

Der Biolandverband hat interessante Informationen zum Thema Spargel veröffentlicht:

Mit mehreren Wochen Verspätung kommt er nun - der Spargel! Niedrige Temperaturen und viel Regen haben dem Spargel in den letzten Wochen stark zugesetzt. Die diesjährige Ernte wird daher vermutlich geringer ausfallen als in den Vorjahren und die Spargelpreise etwas in die Höhe treiben. Mit der Internetseite www.bioland.de/spargel will Bioland als größter Bioanbieter von einheimischem Spargel jetzt Verbrauchern den Zugang zu Spargel in Bioland-Qualität erleichtern. In Wort, Ton und Bild werden die Besonderheiten des ökologischen Spargelanbaus erklärt, Tipps zum Umgang mit Spargel gegeben und außergewöhnliche Rezepte für die langen Stangen zur Verfügung gestellt.

Damit der Spargel länger frisch bleibt, wird er in den kühlen Morgenstunden geerntet. Doch ihn möglichst frisch einzukaufen reicht nicht. Bioland-Bauer Heinz-Josef Bursch aus dem rheinland-pfälzischen Bornheim warnt vor einem Kardinalfehler: „Lassen Sie Spargel nicht längere Zeit nach dem Einkaufen im Kofferraum liegen. Bereits nach 2-3 Stunden verliert der Spargel deutlich an Qualität“.

Die häufigste Frage der Kunden lautet: Wie schützen Biobauern ihren Spargel ohne Pestizide vor Schädlingen? Um Spargelkäfer, Spargelfliege & Co im Zaum zu halten, stellen Biobauern Leimfallen auf und fördern Spinnen oder andere Nützlinge

Wer die Rezepteseite anklickt, erfährt, dass Spargel mehr ist als nur Beilage zu Schinken und Sauce Hollandaise. Ob gebraten, als Pfannkuchenfüllung oder als Salat – Spargel ist vielseitig verwendbar. Als originelle Garnitur eignen sich Wildkräuter. Mit ihrem spargelähnlichen Geschmack runden beispielsweise das Labkraut oder die Vogelmiere viele Spargelgerichte ab. Als passende Weine bieten sich neben den beiden Klassikern Silvaner und Weißburgunder Johanniter und für eher deftige Beilagen Chardonnay an – selbstverständlich ebenfalls in Bioland-Qualität.

hier aus: http://www.bioland.de Pressemitteilung: Biospargel hören und sehen v. 02.Mai 2008  

 

Ostern 2008

Ostereiersuche auf Biohöfen:

Pressemittelung von Bioland

Fleißiger Bioland-Osterhase

Ostereiersuche auf Bioland-Betrieben und im Internet

Mainz, 11. März 2008. Der Bioland Verband und 15 Bioland-Betriebe laden am Osterwochenende zur großen Bioland-Ostereiersuche ein. Die teilnehmenden Betriebe werden auf der Internetseite www.bioland.de vorgestellt. Für die Kinder, die nicht einen der Bauernhöfe besuchen können, hat der Osterhase Ostereier im Internet unter www.bioland.de versteckt.

Es ist bereits eine schöne Tradition geworden:

Ostern öffnen Bioland-Höfe in vielen Bundesländern ihre Tore und laden Familien mit Kindern zur großen Ostereiersuche ein. Die Leckereien werden auf dem Hofgelände versteckt, bei Regenwetter auch in der Scheune oder auf dem Heuboden. Die Aktion wird durch zahlreiche Bio-Unternehmen unterstützt, so dass die Teilnahme und das Versteckgut in Bio-Qualität für die Kinder kostenlos sind. Rund um das Ostervergnügen gestalten die teilnehmenden Höfe ein kleines oder auch umfangreicheres Programm. Auf einem Hof gibt es Teeproben, auf einem anderen Hof wird schon gegrillt. Es gibt Lagerfeuer, Ponyreiten und schöne alte Kinderspiele rund ums Ei.

Auch im Internet ist der Osterhase unterwegs. Vom 10. bis zum 20. März lädt er auf www.bioland.de zu einer pfiffigen Suche ein. Auf der Internetseite sind zehn Ostereier versteckt. Wer ausgiebig auf stöbert, alle zehn bunten Eier findet und in seinem „Osternest“ sammelt, nimmt an der Verlosung von attraktiven Preisen teil. Viel Glück!

 

 Hier geht es zu den Bioladhöfen, die sich an der Aktion beteiligen:

http://www.bioland.de/fileadmin/bioland/file/aktuelles/Betriebe.pdf

 

Viel Spaß beim Ostereiersuchen wünscht das bio-kommt-Team

 

Originaltext: aus www.bioland.de / Pressemitteilung v. 11.03.2008

 

 

 

 

Oktober 2007

Gentechnikkritiker erhalten alternativen Nobelpreis:

Percy und Louise Schmeiser erhalten den alternativen Nobelpreis

„Für ihren Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt und der Rechte der Bauern“ hat die Stiftung Right Livelihood Award Percy und Louise Schmeiser mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Das kanadische Farmerpaar kämpft seit Jahren gegen den US-amerikanischen Gentechnikkonzern Monsanto und dessen „ökologisch und moralisch perverse Auslegung des Patentrechts“, wie es die Stiftung nennt.

Über 40 Jahre lang hatten die Schmeisers in der westkanadischen Provinz Saskatchewan Raps angebaut und gezüchtet. „Wir hatten Sorten entwickelt, die speziell an die regionalen Bedingungen angepasst waren. 1998 stellte sich heraus, dass unsere Rapsfelder und damit unser Saatgut mit Gen-Raps von Monsanto verunreinigt waren. Die Arbeit von über 40 Jahren war zerstört,“ erzählt der 76-jährige Farmer im Interview. Es begann eine juristische Auseinandersetzung, die Percy Schmeiser auf seiner Homepage als den „klassischen Aufstand Davids gegen Goliath" bezeichnet. Der Kampf machte Percy Schmeiser zu einem der bekanntesten Gesichter der weltweiten Anti-Gentechnik-Bewegung. Über 50 Länder hat er in den letzten Jahren besucht und dort seine Botschaft verbreitet: „Es gibt keine Koexistenz, keinen Sicherheitsabstand. Die Ausbreitung genmanipulierter Organismen (GMO) lässt sich nicht kontrollieren. Die Wahlfreiheit ist verloren, wenn GMO eingeführt werden.“

Über seine Motive sagt Percy Schmeiser: „Wir wollen unseren Enkeln eine Welt mit sauberen Lebensmitteln, Wasser, Boden und Luft hinterlassen. Außerdem habe ich mich immer für die Bauern eingesetzt.“ Das will er auch weiterhin tun. „Meine Frau Louise und ich haben uns geschworen: So lange wir am Leben sind, werden wir für das Recht der Farmer auf der ganzen Welt kämpfen, ihr eigenes Saatgut anzubauen. Louise hat eine sehr starke Persönlichkeit. Ohne ihre Unterstützung hätte ich das nicht geschafft.“ Deshalb ging der Nobelpreis auch an beide.

Der Alternative Nobelpreis wird seit 1980 vergeben und ist mit 250.000 Euro dotiert, die sich jedes Jahr drei oder vier Preisträger teilen. Ins Leben gerufen hat die Auszeichnung der deutsch-schwedische Publizist Jakob von Uexküll, weil die Stockholmer Nobelstiftung nicht bereit war, auch Nobelpreise für Umwelt, Nachhaltigkeit und Menschenrechte auszuschreiben. Deshalb gründete Uexküll seine eigene Stiftung Right Livelihood Award, die den Preis vergibt. Er gilt heute als weltweit wichtigste Auszeichnung in diesem Bereich.

Originaltext aus:

www.geefoodneindake.de Aktuelle Nachrichten vom 08.10.2007

www.naturkost.de Aktuelle Nachrichten vom 05.10.2007

Das Interview ist nachzulesen auf www.naturkost.de

 

  

März 2007

Immer größerer Widerstand gegen Genpflanzen:

Umweltinstitut fordert Aus für Feldversuch

Das Umweltinstitut München hat dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin 75.000 Einwendungen  gegen einen geplanten Feldversuch mit genmanipulierten Pharma-Erbsen in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) übergeben. Die Unterschriftenlisten lagen im Februar in der Kornmühle aus. Sehr viele unserer Kunden und Kundinnnen haben ohne zu Zögern unterschrieben!

Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, forderte das BVL als zuständige Genehmigungsbehörde und Landwirtschaftsminister Seehofer bei der Übergabe auf, den Antrag der ostdeutschen Gentechnikfirma Novoplant abzulehnen. Nie zuvor gab es mehr Einwendungen gegen einen Freisetzungsversuch.

Novoplant will im Frühjahr in Gatersleben manipulierte Erbsen anbauen, die Gene von Mäusen enthalten. Nach Angaben der Firma produzieren die Pflanzen ein Medikament gegen Durchfallerkrankungen von Schweinen. Die Erbsen sollen zukünftig, als Ersatz für die mittlerweile verbotene vorbeugende Gabe von Antibiotika, dem Futter von Schweinen beigemischt werden. Pharmazeutikahaltiges Erbgut der Gen-Erbsen könnte jedoch, zum Beispiel durch Insektenbestäubung, andere Erbsenfelder kontaminieren und damit in die Nahrungskette gelangen.

"Pharma-Pflanzen stellen ein nicht abschätzbares Risiko für die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier dar", sagte Bauer bei der Übergabe der Unterschriften. "Da eine Verunreinigung von Lebensmitteln durch Gen-Pillen vom Acker nicht ausgeschlossen werden kann, muss der Anbau von Pharma-Pflanzen grundsätzlich verboten werden", so Bauer weiter. Durch den Einbau von Tiergenen in Erbsenpflanzen überschreite Novoplant jedes ethisch vertretbare Maß.

Der Anbau der Pharma-Erbsen ist auf dem Gelände der Genbank Gatersleben geplant. Dort lagern die Samen von mehr als 140.000 traditionellen Nutzpflanzen- und über 5500 Erbsensorten aus aller Welt. Davon werden jährlich mehrere hundert zur Erhaltung ihrer Keimfähigkeit im Freiland angebaut. Da der Abstand zu dem geplanten Gen-Acker lediglich 500 Meter betragen soll, ist es absehbar, dass diese wertvollen und einzigartigen Pflanzen gentechnisch verunreinigt werden. Der hochsensible Standort Gatersleben, fordert Bauer, müsse grundsätzlich von Genpflanzen freigehalten werden.

Das Umweltinstitut München kritisiert, dass die Firma Novoplant massiv mit Steuergeldern gefördert wird, unter anderem vom Bundesforschungsministerium. Darüber hinaus hatte Novoplant im Genehmigungsantrag an das BVL ungünstige Ergebnisse eines Fütterungsversuchs verschwiegen. Dieser Versuch hatte ergeben, dass die Verfütterung der Erbsen an Schweine keinen positiven Effekt auf den Verlauf der Infektion hat.

Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München, fordert Konsequenzen aus dem Erfolg der Unterschriftenkampagne: "Es ist auf Dauer sicher schädlich für die Demokratie, wenn eine Technologie gegen den Willen von 80 Prozent der Verbraucher und Landwirte durchgesetzt werden soll." Die Sicherheit unserer Lebensmittel, so Nestler, dürfe nicht auf dem Altar kurzfristigen Profitdenkens geopfert werden. "Herr Seehofer sollte erkennen, dass er Verbraucherschutzminister und nicht Genminister ist. Er muss diesem Spuk auf unseren Feldern endlich Einhalt gebieten. Die Menschen wollen nicht zu Versuchskaninchen der Genindustrie werden. Und sie möchten ihre Umwelt nicht für riskante Experimente zur Verfügung stellen".

aus: www.naturkost.de Aktuelle Meldung vom 15.03.007,   kursive Anmerkung eingefügt von www.bio-kommt.de

weitere Informationen zum Thema:

www.geenfoodneindanke.de

sowie die unsterstützenswerte Aktion: www.mein-nein.de

 

  

 Februar 2007

Biofach 2007

Eröffnungsrede am 15.02.2007

"Wir sind alle Bio-Bauern"

Die weltweit größte Bio-Messe ist eröffnet

     Der Präsident von Slow Food International, Carlo Pertrini, hat am    Morgen die BioFach 2007 eröffnet. Petrini stellte den Zusammenhang zwischen dem problematischen Zustand der Erde und der biologischen Landwirtschaft in den Mittelpunkt seiner Rede. Alle Welt rede von "Nahrungsmitteln", sagte er, aber dennoch werde der Boden, auf dem diese Nahrung angebaut werde, immer mehr vergiftet. Immer mehr Chemie finde sich auf den Äckern. Langfristig könne weltweit nur der Bio-Anbau helfen. Petrini wörtlich: "Der ökologische Landbau ist der einzige Weg, den wir gehen können, um diesen Planeten zu retten!"

Petrini nannte viele weitere Gründe für Bio-Anbau: er schone das Grundwasser, brauche weniger Energie, schaffe mehr Arbeitsplätze als konventioneller Anbau, produziere schöneres und gesünderes Obst und Gemüse, außerdem garantiere er die Freiheit von gentechnisch veränderten Organisamen. Und das müsse auch so bleiben, man müsse sich gentechnisch verändertem Saatgut entgegensetzen. "Null Toleranz" gegenüber der Gentechnik, rief er in den Saal und erhielt großen Beifall dafür. Wenn man in Europa eine Volksabstimmung zur Gentechnik machte, dann gäbe es sicher eine große Mehrheit gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, sagte Carlo Petrini. Er forderte die Politiker Europas auf, entsprechend dem Wunsch der Mehrheit zu handeln.

Einige mögen das für eine (schöne) Utopie halten, sagte Petrini. Aber man müsse für Utopien kämpfen. "Wer Utopie sät, wird Realität ernten!", rief Petrini. Er erinnerte an John F. Kennedy, der in Berlin rief: Ich bin ein Berliner!" Auch das sei einge Utopie gewesen. Die Utopie, die deutsch-deutsche Mauer einzureißen, Deutschland wiederzuvereinen. Aber die Mauer sei gefallen. Deshalb rief Petrini in den Saal: "Ich bin Bio-Bauer!" und ergänzte "Wir sind alle Bio-Bauern!" "Und die Mauer wird einstürzen!", sagte Petrini als Schluss seiner Rede voraus.

Ulrich Maly, der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, freute sich darüber, dass die BioFach in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt habe: sowohl was die Ausstellungsfläche als auch was die Zahl der Aussteller bestrifft.

 Originaltext aus: www.naturkost.de/biofach/index.html

Online Berichterstattung aus Nürnberg 15-18.2.2007

 Januar 2007

 

Aktuelle Meldung aus www.naturkost.de  vom 15.01.2007

Greenpeace findet Gift in Trauben und Salat:

"Supermarktware ist für Kinder gesundheitsgefährdend"

Bei erneuten Untersuchungen von Obst und Gemüse hat Greenpeace extreme Belastungen mit akut giftigen Pestiziden gefunden. Für Kinder besteht schon beim einmaligem Verzehr dieser Lebensmittel die Gefahr von unmittelbaren Gesundheitsschäden.

Von den untersuchten 576 Obst- und Gemüseproben aus dem Angebot der führenden deutschen und österreichischen Supermärkte überschreiten zwei Prozent (12 Proben) die sogenannte Akute Referenzdosis. Bei Tafeltrauben aus konventionellem Anbau liegen sogar neun Prozent (7 von 80 Proben) über diesem Alarm-Wert. Betroffen ist auch Kopfsalat. Gegen die Vorstände der verantwortlichen Supermarktketten erstattet Greenpeace heute Strafanzeige wegen der wiederholten Vermarktung gesundheitsgefährdender Lebensmittel.

"Der Verkauf derartig giftiger Ware ist schlicht kriminell und ein schwerer Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz", sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. "Isst ein zwölf Kilogramm schweres Kind nur zehn einzelne Beeren dieser stark belasteten Trauben, kann dies schon seine Gesundheit schädigen." Greenpeace fordert von Unternehmen und Landesbehörden wirksame Kontrollen. Zudem müssen sie sofort Schutzmaßnahmen ergreifen und den Verkauf der gefährlichen Lebensmittel unterbinden. "Verbraucher sollten unbedingt auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel nicht belastet sind", erklärt Krautter.

Die Pestizidbelastung der konventionell angebauten Ware aus Spanien, Italien und der Türkei übersteigt die Akute Referenzdosis (ARfD) bis zum Zweieinhalbfachen. Verkauft haben die Ware Edeka in Dortmund, Dresden und Frankfurt, Rewe in Berlin und München, Kaufhof in Berlin, Aldi in Köln, Karstadt in Dresden und Billa (Rewe Österreich) in Wien.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) legen diesen Wert fest. Nach einer Stellungnahme des BfR von November 2005 "ist die Überschreitung der ARfD ein konkretes Indiz für eine mögliche Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit. ... eine Überschreitung der ARfD (ist) aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nicht akzeptabel."

Die Bundesbehörden verschärfen das Problem durch Schlamperei: Bei 12 der Proben wurden zwar die ARfD-Werte überschritten, aber in 9 davon nicht die deutschen Pestizid-Höchstmengen. Das kommt dadurch zustande, dass das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) diese Höchstmengen offenbar fehlerhaft festgelegt hat. Der Greenpeace-Bericht zur aktuellen Untersuchung führt insgesamt 60 solcher unsicheren Höchstmengen auf. "Minister Horst Seehofer muss seine Behörden anweisen, die Höchstmengen von Agrargiften sofort zu senken und gefährliche Spritzmittel verbieten", fordert Krautter.

weitere Informationen:

- www.naturkost.de

- www.greenpeace.de Artikel von Michael Richter " Handelskette machen sich doppelte Standards zu nutze", Hamburg 15.01.2007

- www.waz.de Artikel:" Greenpeace warnt nach Tests vor Gift in Trauben und Salat" vom 12.01.2007

 

  

Dezember 2006

Aktuelle Nachricht aus  www.naturkost.de vom 07.12.2006:

Bio-Fachhandel: Obst und Gemüse unbelastet:

Neuer EU-Report offenbart weiterhin hohe Pestizidbelastungen

Im November 2006 hat die EU-Kommission ihren jährlichen Pestizidreport im Internet veröffentlicht. Das Ergebnis ist erneut ein Armutszeugnis für den Verbraucherschutz: In Deutschland verkauftes Obst und Gemüse ist zu 61 Prozent mit Pestiziden belastet. Bio-Produkte aber sind sauber.

Bei acht Prozent der konventionellen Früchte liegen die Rückstandswerte sogar über der gesetzlich erlaubten Höchstmenge. Bio-Obst und Bio-Gemüse im Naturkosthandel sind dagegen in der Regel frei von Rückständen. Die Produkte, die im BNN-Monitoring im Vergleichsjahr 2004 getestet worden sind, enthielten in 87 Prozent der Fälle überhaupt keine Pestizide. 2006 war der Anteil rückstandsfreier Bio-Proben mit 89 Prozent sogar noch höher - und es gab keine einzige Überschreitung der gesetzlichen Höchstmengen.

Besonders Mehrfachbelastungen sind nach wie vor ein ernstes Problem im konventionellen Handel: Laut EUPestizidreport war mehr als ein Drittel der Proben mit drei und mehr Pflanzenschutzmitteln belastet. Fast jede zehnte Probe enthielt sogar mehr als fünf verschiedene Pestizide. Das ist eine beunruhigende Bilanz, denn Forschungsergebnisse weisen auf gesundheitsschädliche Wechselwirkungen verschiedener Chemikalien im menschlichen Körper hin. Wie die Grafik zeigt, sind Mehrfachbelastungen bei Bio kaum ein Thema. Der BNN Herstellung und Handel hat außerdem im Frühjahr 2006 eine verbesserte Regelung zu Mehrfachrückständen verabschiedet, die noch wirksamer verhindert, dass mehrfach belastete Produkte in die Bio- Fachgeschäfte gelangen können.

Wenn bei Bio-Obst oder Bio-Gemüse Verunreinigungen gefunden werden, sind diese deutlich geringer als bei konventionellen Produkten. Regelmäßig sind 95 Prozent der Proben nach den Maßstäben des BNN Herstellung und Handel - die strenger sind als geltendes Recht - nicht zu beanstanden. Und auch dieser hervorragende Wert für Obst und Gemüse im Naturkosthandel zeigt noch nicht, wie gut Bio wirklich ist: Denn die Ergebnisse des BNN-Monitorings bilden keinen repräsentativen Querschnitt des Angebots ab, sondern die Proben werden risikoorientiert gezogen - beprobt wird also dort, wo Probleme eher zu erwarten sind. Beispielsweise wurden 2006 im BNN-Monitoring insgesamt 25 Mal Trauben untersucht, denn diese zählen zu den bekannten Problemfällen im konventionellen Anbau. Nur eine einzige Bio-Probe wies Spuren auf.

Völlige Rückstandsfreiheit bei pflanzlichen Rohstoffen und Lebensmitteln kann heute niemand mehr garantierten. Auch die Bio-Landwirtschaft muss sich in einer Umgebung. durchsetzen, in der chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und andere unerwünschte Stoffe zum Alltag gehören. Um Verunreinigungen bei Bio dennoch so weit wie möglich zu verhindern, wurde vor vier Jahren das BNN-Monitoring für Obst und Gemüse im Naturkosthandel aufgebaut. Jeder Rückstandsfund löst Recherchen aus, um mögliche Fehler bei Transport, Reinigung und Lagerung zu finden und abzustellen und um Betrüger vom Naturkostmarkt fernzuhalten. An diesem zusätzlichen und freiwilligen Sicherungssystem für den Bio-Fachhandel beteiligt sich die Mehrzahl der Naturkost-Großhändler und -Importeure in Deutschland.

Weitere Informationen:

- www.naturkost.de

- www.greenpeace.de Nachrichten vom 28.11.06 sowie 01.12.06

 

 

November 2006

Aktuelle Pressemeldung v. 06.11.2006:

13.000 Luftballons fliegen gegen Genfood

 

CSU will strengeres Gesetz

Genau 13.061 gelbe Luftballons formten am Donnerstag, den 2. November, auf einer Wiese im Berliner Regierungsviertel den 60 Meter breiten Schriftzug "Genfood - Nein Danke". Danach erhoben sich die Ballons in die Luft und symbolisierten den Pollen von Gentech-Pflanzen, der - einmal in die Umwelt entlassen - nicht mehr rückholbar ist.

Jeder dieser Ballons wurde via Internet von einem Menschen bestellt, der damit gegen eine Verwässerung des Gentechnikgesetzes protestieren wollte. Diese Botschaft trugen die Ballons auf Postkarten davon, um mehr Leute über den Gentechnikkurs der Großen Koalition zu informieren. Die Internetaktivisten von www.campact.de und die über 30 unterstützenden Verbände und Unternehmen freuten sich, dass die Aktion trotz widriger Witterungsverhältnisse erfolgreich über die Bühne ging. Den Film zu der Aktion können Sie hier ansehen.

Ein Erfolg der Gentechnikfrei-Bewegung ist auch der aktuelle Zwist in der großen Koalition. Die CSU hat auf die breiten Proteste reagiert und die bisherigen Pläne ihres Landwirtschaftsministers Seehofer zur Änderung des Gentechnikgesetzes kritisiert. "Bei der Änderung des Gentechnik-Gesetzes muss die Sicherheit Vorrang vor Marktinteressen haben" sagte CSU-Generalsekretär Markus Söder im Handelsblatt. Er bemängelte den für Gen-Mais geplanten Sicherheitsabstand von 150 Metern als zu gering und forderte: "Zudem muss die Haftungsfrage abschließend geklärt werden. Sie darf am Ende nicht beim Verbraucher oder den Landwirten liegen, sondern muss die Hersteller in die Pflicht nehmen." Söder sprach sich für ein fünfjähriges Moratorium für den kommerziellen Anbau von Genpflanzen aus, wie es die Schweizer beschlossen haben. Zur Begründung des Kurswechsels zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen nicht genannten ranghohen CSU-Politiker: "Wir müssen verhindern, dass die Gentechnik ein Identifikationsthema der Grünen bleibt, mit dem sie die Jungen, die Bauern und die Kirchen gegen uns in Stellung bringen." Und weiter schreibt das Blatt: "Seehofers Problem besteht darin, die Interessen der CSU, die 2008 Kommunal- und Landtagswahlen zu bestehen hat, mit den Innovationszielen der Kanzlerin in Einklang zu bringen. Nicht wenige in seinem engen Umfeld sehen das als "Quadratur des Kreises" an.

hier aus: www.naturkost.de und www.campact.de Pressemitteilung 06.11.2006 

 

Oktober 2006

Pressemeldung der internationalen Umwelstiftung "Euronatur" anlässlich des "Europäischen Tages der biologischen Vielfalt in landwirtschaftlichen Gebieten" am Samstag, den 30.09.2006:

Weniger Tierarten auf Acker, Feld und Wiese

Intensive Landwirtschaft Schuld - Biolandbau besser:

 

"Verbraucher, Landwirte und Politker verantwortlich für rapiden   Artenschwund

Sechs goldene Verbrauchertipps von Euronatur:

Presseinfo vom 20. September 2006

Anlässlich des "Europäischen Tages der biologischen Vielfalt in landwirtschaftlichen Gebieten" am vergangenen Samstag hat die internationale Umweltstiftung Euronatur auf die zunehmende Gefährdung vieler Tier- und Pflanzenarten in den Kulturlandschaften Europas hingewiesen. Schmetterlinge, Vögel, Hase, Hamster und Co. finden danach auch in Deutschland immer weniger geeigneten Lebensraum.

So leben nach einer Untersuchung der EU-Kommission heute 32% weniger Vögel in den landwirtschaftlichen Gebieten der EU als noch 1980. Hauptgrund für diesen rapiden Schwund sei die Intensivierung der Landwirtschaft.

Nach Ansicht von Euronatur tragen Verbraucher, Landwirte und Politiker dafür gleichermaßen Verantwortung. Zum einen würden sich der Deutsche Bauernverband und viele Politiker vehement dagegen wehren, dass ein größerer Teil der EU-Agrarsubventionen in Deutschland in naturverträgliche Landwirtschaft und nachhaltige Regionalentwicklung investiert wird, obwohl die Vorgaben der EU-Kommission dies zulassen würden. Zum anderen würden auch die Verbraucher die Verödung der Landschaft mit verursachen, indem sie immer noch viel zu wenig auf Qualität und Herkunft ihrer Lebensmittel achten. Das Konsumverhalten von uns Verbrauchern entscheide, welche Art von Landwirtschaft und damit auch welche Art von Landschaft wir in Zukunft haben werden, betont man bei Euronatur. "Wer bunt blühende Wiesen und Kühe auf der Weide sehen möchte, der sollte das nicht nur fordern, sondern beim Einkauf auch zur Biomilch greifen. Daran hängen Tausende Arbeitsplätze auf dem Land und die Zukunft vieler heimischer Tier- und Pflanzenarten", gibt Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter zu bedenken.

Im Rahmen der Aktion "Gourmets for Nature" hat Euronatur einige grundsätzliche Verbrauchertipps zusammengestellt, die nicht nur eine gesündere und schmackhaftere Ernährung, sondern auch eine vielfältigere und artenreichere Landschaft zur Folge hätten.

Die sechs goldenen Verbrauchertipps von Euronatur: 

Regionalität: Gehen Sie, wenn möglich, auf dem Markt oder direkt beim Erzeuger einkaufen. Achten Sie ansonsten auf möglichst kurze Transportwege.

Saisonalität: Genießen Sie vorwiegend die Früchte der Saison. Dann sind sie nicht nur frisch und schmackhaft, sondern meist auch preisgünstig. Wer mitten im Winter auf Erdbeeren und Spargel nicht verzichten mag, nimmt nicht nur Schäden für Natur und Umwelt in Kauf, sondern muss auch mit hohen Preisen und starker Pestizidbelastung rechnen.

Zeit und Geld: Werten Sie das Essen auf. Nahrungsaufnahme ist kein notwendiges Übel, sondern kann zu einem Genuss für alle Sinne werden. Auch mit vergleichsweise wenig Aufwand an Zeit und Geld.

Bio: Nutzen Sie Bioprodukte wann immer Sie können. Für die Mehrkosten bekommen Sie auch gesündere und oftmals schmackhaftere Lebensmittel. Das ökologisch produzierte Steak eines Tieres, das sein Leben auf der Weide verbracht hat und schonend geschlachtet wurde, schmeckt einfach besser als das billige Steak aus dem Supermarkt.

Information: Informieren Sie sich! Sprechen Sie mit Ihrem Metzger, der Frau an der Käsetheke oder den Angestellten im Supermarkt. Fragen Sie nach, wo die Produkte herkommen und wie sie hergestellt wurden.  "

 

Original Pressemitteilung der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur), 30.09.2006, hier aus www.euronatur.org.

Auch veröffentlicht unter www.naturkost.de  Aktuelle Nachrichten, 05.102006 

 

 

  5 Jahre Biosiegel!

Hat es sich bewährt? - Was meint einer der ältesten Anbauverbände Deutschlands dazu?:

 

Biosiegel hat sich als staatliches Prüfzeichenbewährt:

Marktwachstum erhöht Innovationsdruck auf bäuerliche Familienbetriebe 

Mainz, 04. September 2006.

Anlässlich fünf Jahren Bio-Siegel in Deutschland erklärte Bioland heute in Mainz, dass das Zeichen einen wichtigen Beitrag dazu geleistet habe, „Bio“ im Bewusstsein der Verbraucher zu verankern. Die großen Nachfragesteigerungen wären ohne das Vertrauen in eine klare Kennzeichnung, die Bio von Nicht-Bioprodukten unterscheidet, kaum möglich. Insbesondere für Gelegenheitskäufer und Neukunden sei diese Form der staatlichen Kennzeichnung von „Mindest-Bio“ hilfreich.

Das Marktwachstum habe jedoch, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland, zu verstärktem Konkurrenz- und Innovationsdruck auf bäuerliche Familienbetriebe geführt. Die Herausforderung für Bioland sei es, Bio in heimischen Regionen zu stärken. Nur so könnten die Leistungen einer ökologischen Landwirtschaft für Umwelt, Lebensmittel- und Arbeitsplatzsicherheit in Deutschland greifen.

Bioland setze dabei auf Qualitätsführerschaft und überlasse die Preisführerschaft Anbietern, die sich lediglich an den staatlichen Mindeststandards orientieren. In den vergangenen Jahren wurden die eigenen Anbaustandards weiter entwickelt sowie eine professionelle Qualitätssicherung und eine bundesweite Beratungsstruktur für Biobetriebe geschaffen.

„Aktuell gilt es zu verhindern, dass staatliche Mindeststandards und Kontrollvorschriften bei der laufenden Revision der EU-Ökoverordnung nicht zu Gunsten von ‚Bio in Masse’ verwässert werden“, so Dosch. Darüber hinaus gelte es bei der Ausgestaltung der ländlichen Entwicklungsprogramme klar zu machen, dass die Leistungen der Biobetriebe ausreichend honoriert werden müssen. Ein Ausgleich über Agrarumweltprogramme für gesellschaftliche Leistungen sei unabdingbar für die Existenzsicherung der Betriebe.

Eine Absage erteilte Bioland den Bestrebungen des Deutschen Bauernverbandes das Bio-Siegel durch die Beifügung der Deutschlandflagge aufwerten zu wollen. Damit würde Verbrauchern suggeriert, dass alleine die deutsche Herkunft bereits hohe Standards garantiere, obwohl es auch hierzulande Biobetriebe gibt, die nur nach dem gesetzlichen Mindeststandard wirtschaften. Die Verbindung von staatlichem Biosiegel und Verbandszeichen garantiere dagegen höhere Produktionsstandards und biete Transparenz.

Bioland ist mit über 4500 Erzeugern und 720 Partnern in Lebensmittelhandwerk und -industrie der größte Verband im ökologischen Landbau in Deutschland.  

Hier aus www.bioland.de  Pressemitteilung vom 04.09.2006,

 original Pressemitteilung des Bioland-Verbandes

 

  

Klare Mehrheit gegen Genfood

Quelle: eve, Ausgabe Juli/August 2006

 

 

Ergebnisse der eve-UmfrageGentechnisch veränderte Lebensmittel werden von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung strikt abgelehnt.

Das bekräftigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Produkt + Markt im Auftrag der Naturkost-Zeitschrift "eve - ernährung vitalität erleben". Danach lehnen 85 % der befragten Bio-Konsumenten den Einsatz der Agrar- Gentechnik ab. Bei Verbrauchern, die selten auf Bio-Produkte zurückgreifen, sind es 72 %. Die Sorge um eine unkontrollierte Verbreitung veränderter Organismen steht an erster Stelle der Begründungen für eine ablehnende Haltung, gefolgt von gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Gründen.

 

Unbeeindruckt von der auch durch vorangegangene Befragungen bekannten Haltung der Bevölkerung, sind nach Gen-Raps und Gen-Mais erstmals in Deutschland gentechnisch veränderte Kartoffeln ausgepflanzt worden. Bei dem von der Universität Rostock betriebenen Versuch in Groß Lüsewitz sollen die Feldfrüchte auf ihre Eignung zur Produktion von Impfstoffen getestet werden.

 

Gegenwärtig wird in Berlin über eine Novellierung des Gentechnik- Rechts nachgedacht, die besonders das Haftungsrecht regeln soll.

Bio-Bauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht, wenn gentechnisch veränderte Produkte in ihre Lebensmittel eingeschleppt würden. "Die klare Ablehnung der Bevölkerung einer so risikobeladenen Technik wie die Agrar- Gentechnik sollte den Verantwortlichen nochmals Anlass sein, grundsätzlich über Ziele und Inhalte des Gentechnik- Gesetzes nachzudenken", so Jan R. Egel, Chefredakteur von "eve".

Die kompletten Ergebnisse der Umfrage sind in der aktuellen Ausgabe von "eve" nachzulesen.

 

www.eve-magazin.de

www.pundm.de

 

hierzu  die Presseerklärung aller Organisationen /Verbände /Firmen, die sich für gentechnikfreies Saatgut  einsetzen:

25. Juli 2006

Proteste gegen Verwässerung des Gentechnikgesetzes

Bundesregierung gefährdet die gentechnikfreie Landwirtschaft: Umwelt-,Verbraucher-, Bio- und Bauernverbände kündigen Proteste an

'Genfood – Nein Danke'. Dieser Slogan wird im September in großen Lettern in Berlin präsentiert.

Die Buchstaben bestehen aus Tausenden gelber Luftballons von Bürgerinnen und Bürgern. Nach kurzer Zeit entschweben die Ballons und symbolisieren so eine entscheidende Schwäche der Agro-Gentechnik: Gentechnik-Pollen verbreiten sich durch den Wind, kontaminieren gentechnikfreie Felder und sind nicht rückholbar.

 

Die Aktion richtet sich gegen Pläne der Bundesregierung zur Änderung des deutschen Gentechnikgesetzes.

Gentechnik-Produzenten sollen danach nur noch dann haften, wenn Nachbarfelder mit mehr als 0,9 Prozent gentechnisch verunreinigt werden. Die Einführung einer Haftungsgrenze von 0,9 Prozent hätte schwerwiegende Konsequenzen für Verbraucher und Landwirte, die ohne  Gentechnik wirtschaften.

„Die Bundesregierung will den Menschen in Deutschland das Recht auf Ernährung und Natur frei von Gentechnik nehmen. Die Gentechnik-Industrie soll ein Recht zur umfassenden gentechnischen Kontamination erhalten", so Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

 

Jutta Jaksche, Agrarreferentin beim Verbraucherzentrale Bundesverband: „Nach bisherigem EU-Recht müssen auch Verunreinigungen unterhalb von 0,9 % gekennzeichnet werden, wenn der Hersteller nicht belegen kann, dass diese Rückstände zufällig und unvermeidbar waren. Diese Regelung muss weiter angewendetwerden. Sonst gibt es keine Wahlfreiheit der Verbraucher."

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft(AbL) befürchtet einschneidende Konsequenzen: „Wir Bauern müssen unseren Abnehmern schon jetzt die Gentechnikfreiheit unserer Produkte garantieren. Wenn wir das nicht können, tragen wir den wirtschaftlichen Schaden. Eine Haftungsgrenze von 0,9 Prozent bedroht die Existenz vieler Betriebe".

„Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass bei der Haftung das Verursacherprinzipumgesetzt wird," so Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Es kann schließlich nicht angehen, dass Produzenten und Konsumenten von Lebensmitteln ohne Gentechnik höhere Preise zahlen müssen, weil sich andere Profit aus der Gentechnik versprechen! Öko-Produkte werden stets ohne Gentechnik hergestellt".

„In Europa ist die große Mehrheit der Verbraucher gegen den Einsatz von Gentechnik in Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung. Die Agro-Gentechnik darf nicht gegen den Willen der Bürger durchgesetzt werden. Wir fordern die Abgeordneten des Bundestages auf, sich nach den Menschen und nicht nach den Interessen einiger Gentechnik-Konzerne zu richten.", so Günter Metzges, Geschäftsführer des Online-Bürgernetzwerkes Campact.

 

Ihre Ansprechpartner/innen:

Heike Moldenhauer (BUND) – Tel. 030 . 275 86 - 456

Jutta Jaksche (vzbv) – Tel. 030 . 258 00 - 436

Georg Janßen (AbL) – 0 41 31 . 40 77 47

Peter Röhrig (BÖLW) - 030 . 28 48 23 06

Günter Metzges (Campact) – 0 42 31 . 957 - 446

Gemeinsame Pressemitteilung

www.gentechnik-stoppen.de

Den original Pressetext mit den Logos aller Organisationen/Verbände/Firmen, die sich zusammengeschlossen haben, um  sich  für gentechnikfreies Saatgut  zu engagieren, finden Sie unter  original pdf 

 hier aus www.demeter.de